Ein Kommentar zu “„Niemand möchte euch etwas wegnehmen.“

  1. Deutschen Gamern sollte es ohnehin egal sein, ob irgendein Gegenüber einem etwas wegnehmen *will* oder nicht, wir wissen einfach, daß es über kurz oder lang *sehr wahrscheinlich* ist, daß man uns etwas wegnehmen *wird*:

    http://www.gamona.de/games/gamona-top-10,special-pc:article,607677.html

    Zu dem Thema fallen mir noch so Spiele ein wie

    – Doom
    – Half Life
    – Wolfenstein
    – Quake
    – Fallout
    – Dead Rising
    – Gears of War
    – Southpark
    – Bulletstorm
    – System Shock,

    die teils gar nicht, teils nur völlig verstümmelt in Deutschland erhältlich waren/sind.

    Folgendes Spiel hat mir z.B. auch ziemlich viel Spaß gemacht:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dead_Island

    Spielen konnte ich es aber nur, weil meine Stammvideothek es gerade auf Lager hatte und ich es rechtzeitig ausgeliehen habe, bevor es dann aus den Regalen verschwand.
    Aber, na gut, es gibt ja noch das Internet, bestellt man es halt dort. Ist zwar m.E. etwas lästig, unzumutbar ist es aber eher nicht…

    Nur doof, wenn dann sowas passiert:

    http://www.pcgameshardware.de/Sleeping-Dogs-Definitive-Edition-PC-259314/News/Sleeping-Dogs-Definitive-Edition-Region-Lock-Aktivierung-Importversion-1139744/

    Auch ein Spiel, das ich gerne gedaddelt habe, nur halt ohne dlc’s. Hatte ich damals auch aus der Videothek.

    Klar, ich habs damals schon auf Konsole gespielt, und ich könnte es auch wieder tun, mein Punkt ist aber, daß das ein Ausblick auf Anita Sarkeesians schöne neue Gamer-Welt ist; auf eine Welt nämlich, in der es solche Spiele bald gar nicht mehr gibt, und das nicht nur, weil Sleeping Dogs ohnehin eines der vielen Spiele ist, in der Fr. Sarkeesian uns vorführte, daß man ganz normale Spielmechaniken auch gegen weibliche NPCs anwenden kann, was in dieser Form natürlich ganz, ganz schröcklich ist, sondern auch, weil mir nicht ganz klar ist, weshalb man, wenn man Sarkeesians Weg schon einschlägt, bei der Kritik gegen Gewalt an sexualisierten Frauen halt machen sollte.

    Ist Gewalt gegen Frauen denn etwa nur dann schlecht, wenn die Frau währenddessen einen Bikini trägt, nicht aber, wenn sie Jeans und T-Shirt trägt? Und da *die* Frauen im Westen laut Sarkeesians Aussage ja unter Gewalttätigkeiten pandämischer Ausmaße zu leiden haben, kann man es denn da überhaupt verantworten, daß junge, ungefestigte Männer in Computerspielen *irgendeine* Frau töten oder auch nur verletzen können? Daß ein direkter Zusammenhang zwischen den Medien und Gewalt gegen Frauen besteht deutet die vielfach ausgezeichnete ‚Kulturkritikerin‘ ja zumindest an.

    Bleibt also nur eins: Alle Frauen werden, wie schon die Kinder in den Bethesda-Spielen, auf essential gesetzt, was allerdings den Nachteil hat, daß Frauen dadurch als passiv dargestellt werden, was natürlich stereotype Vorstellungen von Weiblichkeit bedient, was nun wiederum so überhaupt gar nicht geht. Also lassen wir das mit diesen chauvinistischen Gewaltspielen doch lieber ganz sein, die verführen junge, ungefestigte Männer ohnehin nur zu brutalen Gewaltexzessen; und CSU und Bible Belt hat man da auch gleich mit im Schiff, da ist viel Raum für Synergien.

    Und wenn Spiele erstmal international weichgespült sind bringt auch Bestellen im Internet nichts mehr, dann gibt’s nur noch Weichkäse für alle.

    Klar ist das jetzt eine Slippery-Slope-Argumentation. Aber nehmen wir einmal diesen Beitrag:

    http://derstandard.at/1395363413081/Digitale-Doppelmoral-Die-haarstraeubende-Zensur-von-Videospielen

    Er endet (fast) mit dem schönen Satz ‚Empfehlung statt Zensur – ein Weg, den sich zu gehen lohnt – auch und besonders in einem Medium, das vielen noch fremd ist.‘

    Und jetzt überlege mal, welche *Action*-Spiele Anita Sarkeesian in ihrer Videoreihe empfiehlt. Hm, gar keins, zumindest kein ‚richtiges‘.

    Tatsächlich hatte ich beim Betrachten ihrer Videos teilweise den Eindruck, daß die aus Funk und Fernsehen bekannte Spielekritikerin besonders gerne solche Spiele kritisiert, die eigentlich eher als female friendly bezeichnet werden könnten:

    – Fallout 3 zeigt uns Frauen in wirklich allen möglichen Funktionen, als Händlerin, Abenteurerin, Ehefrau, Räuberin, Söldnerin, Kannibalin, … und auch als Hure. Und letzteres ist ganz schlimm. Ist Fr. Sarkeesian wahrscheinlich zu realistisch. 100.e von Frauen streifen durch’s Ödland, und eine davon ist Hure? Geht ja mal gar nicht! Und daß die Nova kritisiert, nicht aber Clover läßt mich so ganz nebenbei zweifeln, ob die gute Dame das Spiel überhaupt weiter als bis Megaton gespielt hat, schließlich kommt man mit der recht textlastigen Nova u.U. schon nach ca. 1h ins Gespräch.

    – Fallout New Vegas spielt, wie der Name schon andeutet, in einem wiederaufgebauten Las Vegas. Zumindest, sobald man da irgendwann mal angekommen ist. Las Vegas ist bekannt fürs Glücksspiel, folglich spielt das Glücksspiel in FO NV eine gewichtige Rolle. Auch nicht ganz ungewöhnlich sind für Las Vegas Prostituierte, folglich … darf es in FO NV keine geben, zumal die männlichen der überaus gefragten Medienexpertin nicht gefallen, weil sie die lächerlich findet. Und daß einige Leute so drauf sind, daß sie Ghule und äußerst tumbe Roboter als Prostituierte nachfragen ist kein Statement zur Sexindustrie sondern tritt den erniedrigten Frauen den Stiefel sogar noch tiefer ins Gesicht. Oh, und man kann tote Prostituierte aufheben und rumschwenken, was ganz schlimm ist. Hätte Obsidian/Bethesda diese Funktion doch nur auf Nicht-Frauen, wie Männer, Maulwurfsratten oder leere Flaschen beschränkt! Muß ich übrigens noch extra betonen, daß Frauen, wie schon in FO 3, auch sonst dieselben Rollen einnehmen, wie Männer – wenn man einmal davon absieht, daß die böseste Fraktion rein männlich ist und Frauen versklavt (Und Männer kreuzigt)?

    – Dragon Age: Origins macht den Fehler, neben diversen Kneipen auch ein Bordell zu beinhalten. Da hilft es auch nichts, daß der Freier gefragt wird „Soll ich Dir Frauen vorführen, Männer oder eine Auswahl aus beidem?“, denn auch hier finden die männlichen Sexobjekte keine Gnade vor den Augen der äußerst eloquenten Exil-Kanadierin. Auch nicht erwähnenswert ist, daß Frauen hier ebenso divers sind wie schon in den Fallout-Spielen. Immerhin gibt es in dem Spiel Drachen, da kann man doch auch wohl auf Bordelle verzichten. Rassismus und sonstige Gruppenbeschränktheiten dürfen aber wohl hoffentlich drin bleiben.

    Das Spiel, das sie sich ausgedacht hat, ist ja auch mehr so ein Schleichspiel, außerdem kann ich mir kaum vorstellen, daß ich *nur noch* Spiele spielen mag, in denen eine Frau die Ärmel hochkrempelt, sich total empowert, haufenweise Männer umbringt und schließlich zur großherzigen Friedenskaiserin aufsteigt, sowas hängt einem irgendwann noch mehr zum Hals raus, als immer wieder und wieder die verdammte Welt retten zu müssen. Divers ist da nix.

    Und zum Ausstieg der schöne (wirklich) letzte Satz aus dem derStandard-Beitrag:

    „Wenn wir keine Grenzen überschreiten, werden Games nie als Kulturgut angesehen.“

    Ich glaube, irgendwer wird das schon anders sehen.

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